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Tantra als Kunst des alltäglichen Lebens

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01.08.2024
Der Artikel bietet eine sanfte und praktische Einführung in den tantrischen Zugang zum Leben und zu Beziehungen. Die Leser erfahren, wie bewusste Arbeit mit dem Körper, dem Atem, der Bewegung und den Emotionen das Erleben, die Liebe und die Fähigkeit vertiefen kann, im Alltag vollständig präsent zu sein. Der Text verbindet spirituelle Einsichten mit konkreten Übungen und inspiriert zur Rückkehr zu sich selbst durch liebevolle Aufmerksamkeit für den eigenen Körper und die eigenen Emotionen. Er richtet sich an alle, die das Leben in seiner Fülle, mit offenem Herzen und tiefer Verbundenheit leben möchten.

Tantra über sich selbst

Viele Menschen nehmen Tantra noch immer als etwas Unfassbares und Überirdisches wahr – als etwas, das sich nur schwer verstehen oder erreichen lässt. Manche verwechseln Tantra sogar mit einer Religion oder einer Sekte, die sich auf meditative sexuelle Praktiken oder Gruppensex konzentriert. Diese Vorstellungen zeugen jedoch von einem tiefen Missverständnis dieser jahrtausendealten Lehre.

Tantra ist weder eine Religion noch ein sexueller Kult. Es ist nichts Entferntes oder Abstraktes. Menschen mit praktischer Tantrerfahrung sagen oft, dass Tantra eine Rückkehr zur natürlichen Wesensart des Menschen ist – zu einer Natürlichkeit, die wir infolge christlicher Dogmen und puritanischer Erziehung teilweise vergessen haben.

Tantra ist vor allem ein Lebensstil, der Spiritualität mit bewusstem Sein verbindet. Es ermöglicht uns, Momente der Erleuchtung, der Glückseligkeit und der tiefen Einheit mit uns selbst, dem Universum und allem um uns herum zu erleben. Es hilft uns, unsere Persönlichkeit bis zu dem Punkt zu entwickeln, an dem wir die Spannungen und Widersprüche von Körper, Seele und Geist überwinden können – und zu vollständigen menschlichen Wesen werden. Wenn auch nur für einen Moment.

Warum nur für einen Moment? Weil der Mensch diesen Zustand des Seins nicht dauerhaft aufrechterhalten kann. Tantra bewertet nichts als gut oder schlecht – es lehrt uns, unsere Vollkommenheit so anzunehmen, wie sie ist. Es bietet jedem die Möglichkeit, die Potenziale seiner Seele zu erforschen und selbst zu entscheiden, wie weit und wie tief er den Weg der spirituellen Entwicklung und der Öffnung weiterer Dimensionen des Seins gehen möchte.

Die tantrische Lehre ermöglicht es uns, unsere Fähigkeiten bewusst zu entwickeln und uns zu höheren Bewusstseinsebenen hinzubewegen. Das Ergebnis langfristiger Praxis und Meditation ist ein Prozess, in dem wir allein, mit einem Partner oder in einer Gruppe tiefes persönliches Wachstum erfahren können. Das Beste dieser tantrischen Erfahrungen bringen wir anschließend in unseren Alltag zurück – und dieser wird dadurch erfüllter, bewusster und wertvoller.

Alles in unserem Leben ist mit Spiritualität verbunden – sei es Meditation oder der Aufbau einer Karriere. Dennoch neigen Menschen dazu, dem Schmerz mehr zu vertrauen als der Freude. Wir vertrauen unseren Gefühlen nicht und glauben deshalb oft auch positiven Erfahrungen nicht. Das Ego hält vor allem das Negative für „wirklich“.

In unserer Gesellschaft hält sich der Glaube, dass der Körper eine Quelle der Sünde sei, und deshalb überraschen und verwirren uns positive körperliche Erfahrungen häufig. Schmerz ist jedoch nur ein Teil eines breiten Erfahrungsspektrums – nicht der einzige Wert. Die Verweigerung tiefer Erlebnisse verursacht Schmerz, während das volle Erleben von Gefühlen und Sinnen echte Intimität schafft.

Im Bereich der Emotionen gibt es kein universelles „richtig“ oder „falsch“ – jeder von uns erlebt gemäß seiner eigenen Wahrheit. Deshalb sollten wir uns keine fremden Vorstellungen oder Dogmen aufzwingen lassen. Leben Sie nach sich selbst. Andernfalls verurteilen Sie sich zu einem Leben, das Ihre eigenen Instinkte und Gefühle verleugnet. Folgen Sie Ihrem Glück.

Tantra für den Alltag

Wie wird Tantra zur alltäglichen Realität?
Wie wird man ein wahrer Tantriker und nicht nur ein Wochenendteilnehmer von Kursen?

Die Antwort ist einfach: Beginnen Sie.
Ihr Leben ist ein Zusammenspiel kleiner und großer Entscheidungen, die formen, wer Sie sind. Tantra beginnt mit einem bewussten Schritt hin zum vollen Erleben jedes Augenblicks.

Sinne und Wahrnehmung

Gönnen Sie sich jede Woche Zeit, um Ihre Sinne zu feiern.
Die Sinne sind das Tor zu unserer physischen Welt – zur Erde, dem Planeten der Schöpfung. Menschen erschaffen aus unterschiedlichsten Materialien schöne und funktionale Dinge – Häuser, Tempel, Kleidung, Musik. Das ist göttliche Kreativität, die durch uns fließt.

Denken Sie über das Wunder nach, dass Liebe und Liebesakt nicht nur Quelle von Lust, sondern auch von neuem Leben sind. Wir sind wie kleine Götter – wir vergessen es nur allzu oft. Tantra lehrt uns, dass jede Handlung zu einer göttlichen Meditation werden kann – sei es der Bau einer Rakete zum Mars, Operngesang, Autowaschen oder das Wickeln eines Kindes.

Der Atem des Lebens

Im Sanskrit bedeutet Atem „Pranayama“ und Lebensenergie „Prana“.
Flache Atmung signalisiert Angst und Anspannung. Tiefer, ruhiger Atem bringt uns zu uns selbst zurück, weckt Emotionen und unterstützt die Gesundheit.

Entwickeln Sie Ihren Atem – praktizieren Sie Yoga, Schwimmen oder Tanzen. Setzen Sie sich mit Ihrem Partner zweimal täglich zusammen, schauen Sie sich in die Augen und synchronisieren Sie Ihren Atem. Beim Liebesspiel bewegen Sie Ihre Energie bewusst und lassen Sie sie durch den ganzen Körper fließen.

Sieh mich

Das Sehen ist unser dominantester Sinn.
In einer hektischen Zeit ist es leicht, das Sehen zu verlernen.

Nehmen Sie sich Zeit für Blumen, Sonnenaufgänge, Regen und Regenbögen.
Schauen Sie den Menschen in die Augen. Beobachten Sie die Seele derer, denen Sie begegnen. Lächeln Sie – und beobachten Sie, wie das Licht zurückkehrt.

Fühl mich

Nehmen Sie die Emotionen in sich selbst und um sich herum wahr.
Fragen Sie: „Wie fühlst du dich heute?“ Hören Sie zu. Seien Sie für andere da. Nicht, um ihre Probleme zu lösen, sondern um Interesse zu zeigen.

Achten Sie auch auf Ihre eigenen Grenzen. Teilen ist ein Weg – keine Pflicht.

Berühr mich

Gehen Sie nackt durch Ihr Zuhause.
Verbinden Sie sich die Augen und nehmen Sie die Oberflächen um sich herum wahr – Holz, Stein, Haut, Stoffe. Berühren Sie mit verschiedenen Teilen Ihres Körpers.

Verbinden Sie sich mit Ihrem Partner Rücken an Rücken und spüren Sie die feine Bewegung der Wirbelsäulen. Oder setzen Sie sich einander gegenüber, berühren Sie sanft Gesicht, Haare und Haut und entdecken Sie sich neu.

Heile mich

Berührung heilt.
Massagen lösen Toxine und stärken Beziehungen.

Eine Massage zu schenken ist ein Geschenk von Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe – bereichernd nicht nur für den Empfangenden, sondern auch für den Gebenden.

Die tantrische Massage ist eine besondere Art der Berührung – ein ganzheitliches Ritual, das den gesamten Körper einschließlich der intimen Bereiche einbezieht. Das Erwachen der Kundalini-Energie öffnet tiefere Ebenen des Seins.

Küss mich

Küssen ist ein intimer Akt, der die Bindung stärkt.
Im Tantra wird empfohlen, bewusst und häufig zu küssen – idealerweise mindestens zweimal täglich. Küssen ist nicht nur Ausdruck von Liebe, sondern auch eine Meditation der Verbindung von Atem, Herz und Energie.

Sinnlich verführerische Geschmäcker

Essen ist nicht nur Nahrung für den Körper, sondern auch für die Sinne.
Gemeinsames Essen, sich gegenseitig zu füttern und Geschmäcker zu teilen, ist ein intimes Ritual.

Nehmen Sie Nahrung nicht nur als Quelle von Kalorien wahr, sondern als Feier des Lebens.

Schätzen Sie das Hören

Gönnen Sie sich jeden Morgen einen Moment des Zuhörens.
Nehmen Sie Vögel, Wind, Atem und Stille wahr.

Einmal pro Woche gönnen Sie sich eine Stunde ohne künstlichen Lärm.
Der schönste Klang ist die Stimme Ihres Geliebten.

Lieben Sie Düfte

Ihr Körper hat einen natürlichen Duft – respektieren Sie ihn.
Starke Parfums überdecken oft die Authentizität.

Umgeben Sie sich mit natürlichen Düften, die Ihnen Freude bereiten.
Erlauben Sie Ihrem Partner, Sie mit der Nase zu „lesen“ – und Sie ihn.

Meditation in Bewegung

Halten Sie Ihren Körper in Bewegung.
Tanz, Yoga, Schwimmen, Wandern, Laufen – all das verbindet Körper, Seele und Geist.

Die Energie der Bewegung spiegelt sich in der Vitalität des Lebens und der Liebe wider.
Lieben Sie sich mit der Energie des morgendlichen Hahnenschreis.

Bc. Michaela L. Torstenová
Geschrieben von Bc. Michaela Lynnette Torstenová, MBA

Gründerin von Tantra Massagen Prag s.r.o., Psychotherapeutin, Managerin, Dozentin für Tantra und Persönlichkeitsentwicklungsgruppen, Coach, Yogalehrerin und Lehrerin für ganzheitliche Körperarbeit, Massagetherapeutin (10 Jahre Praxis), Autorin der therapeutischen Tantra-Massagetechnik „Inner wave“, Massagelehrerin.

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