Wenn der Körper genug sagt: Kampf, Flucht oder Erstarrung
Unser Körper ist weise. Er prüft ständig, ob wir in Sicherheit sind – und wenn nicht, aktiviert er Schutzmechanismen. Herzklopfen, innere Anspannung, zusammengebissene Kiefer, Reizbarkeit oder Angst können Zeichen dafür sein, dass wir aus dem Gleichgewicht geraten sind. Und manchmal zieht sich der Körper vollständig zurück. Müdigkeit, Leere, Abgetrenntsein, Entscheidungs- oder Handlungsunfähigkeit treten auf. Der Körper tut, was er kann – er schützt uns. Doch manchmal auf Kosten der Verbindung zu uns selbst.
Kampf und Flucht: der Körper in Alarmbereitschaft
Wenn sich das Nervensystem bedroht fühlt, schaltet es in den Alarmzustand – Kampf oder Flucht. Der Körper bereitet sich auf Handlung vor, auch wenn die Gefahr nur verbal, emotional oder innerlich ist. Kalte Hände und Füße, trockener Mund, schneller Atem, rasende Gedanken. Wir fühlen uns vielleicht überfordert, gereizt oder hilflos. Schon alltägliche Situationen wie ein angespanntes Gespräch oder ein langer, pflichtreicher Tag können diesen uralten Überlebensmechanismus aktivieren. Und wir verlieren den Kontakt zum Körper und zum gegenwärtigen Moment.
Erstarrung: wenn es kein Entkommen gibt
Wenn das Gehirn erkennt, dass weder Flucht noch Kampf möglich ist, tritt der Zustand der Erstarrung ein. Der Körper schaltet ab. Nach außen funktionieren wir vielleicht noch – doch innen herrscht Stille. Taubheit. Leere. Als würden wir das Leben in Zeitlupe erleben. Emotional können Traurigkeit, Angst, Scham oder innere Einsamkeit auftreten. Es ist eine Überlebensstrategie – doch langfristig raubt sie uns Vitalität, Lebensfreude und die Fähigkeit, uns lebendig zu fühlen.
Wie tantrische Heilarbeit hilft
Tantrische Heilarbeit ermöglicht eine sanfte Rückkehr in den Körper. Statt Leistung bietet sie Entschleunigung. Statt Bewertung einen sicheren Raum. Berührung, Atem und bewusste Präsenz helfen zu erkennen, wann wir uns im Zustand von Kampf, Flucht oder Erstarrung befinden. Und vor allem lernen wir, diesen Zuständen mit Freundlichkeit zu begegnen. Der Körper lernt allmählich, dass er sicher ist. Dass er weder überreagieren noch sich verschließen muss. Das Toleranzfenster erweitert sich – ebenso wie die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten in Kontakt mit sich selbst zu bleiben.
Zurück zu sich selbst
Manchmal haben wir das Gefühl, den festen Boden unter den Füßen verloren zu haben. Tantrische Therapie kann der Ort sein, an dem wir ihn wiederfinden – im eigenen Körper, im Atem, im Gefühl einer Berührung, die nicht drängt. Sie bietet keine „Lösungen“. Sie öffnet Räume für tieferes Wahrnehmen. Für den Körper, der sich erinnert. Für das Nervensystem, das Vertrauen neu lernen darf. Darin liegt ihre Kraft: sanft, ohne Druck, führt sie uns nach Hause. In einen Raum, in dem wir mit uns selbst verbunden sind. Wo Stabilität, Ruhe und innere Stärke entstehen, um den Alltag mit mehr Leichtigkeit zu meistern.











